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Aktuelles
Igel gefunden
Igel gefunden - was tun?
Im Herbst werden wieder mehr und mehr Igel gefunden und aufgelesen. Doch Vorsicht : Nicht jeder Igel braucht Hilfe - aber jede Hilfe muß richtig sein.
In dieser Jahreszeit trifft man vor allem junge Igel auch tagsüber an. Sie sind auf der Suche nach Futter, um sich vor dem Wintereinbruch noch ein dickes Fettpolster anzufressen. Man ist schnell versucht, die Kleinen mitzunehmen, doch damit beraubt man sie oft ihrer Chance, sich für den Winter zu
rüsten, in Gefangenschaft fressen sie weniger und nehmen schlechter zu. In Deutschland ist es generell verboten, Tiere der besonders geschützten Arten - und dazu zählt der Igel - aus der Natur zu entnehmen. Die Gesetzesvorschriften erlauben es jedoch, hilfsbedürftige Igel sachgemäß aufzuziehen und gesund zu pflegen.
Welche Igel brauchen Hilfe?
Offensichtlich verletzte und kranke Igel. Man erkennt sie daran, daß sie tagsüber herumlaufen, torkeln oder liegen. Kranke Igel sind apathisch und mager, rollen sich nicht ein, ihre Augen stehen nicht halbkugelförmig vor, sondern sind eingefallen und schlitzförmig.
Falls Ihnen ein solches Tier auffällt, bringen Sie es bitte zu einer Igelstation oder zu Ihrem Tierarzt, dort werden die kranken Tiere entsprechend versorgt. Haben Tierarzt oder Igelstation erkannt, dass das aufgenommene Tier keiner menschlichen Hilfe bedarf, muss der Igel umgehend an seinen Fundort zurückgebracht werden.
Traumhund aus dem Süden
Die Reisesaison geht langsam zu Ende, die Ferien im Süden sind vorbei und die Urlauber packen ihre Koffer und fliegen wieder nach Hause. Doch viele reisen mit einem unguten Gefühl oder sogar schlechtem Gewissen wieder nach Hause.
Wer offenen Auges durch den Süden gereist ist, kennt das Hunde-
(und Katzen)elend in den Urlaubsorten. Die unkontrollierte Vermehrung der Straßenhunde führt zu regelrechten Welpenschwemmen. Es sind nicht nur Streuner, viele kommen als Kettenhunde oder überflüssiggeworden und ausgesetzt, in Tötungsstationen und sogenannten Tierheimen in engen Zwingern zusammengepfercht aus wesentlich schlimmeren Verhältnissen. Allein der Anblick der mißhandelten und hungernden Kreaturen reicht, um Mitleid zu wecken. Doch wenn Sie helfen wollen, informieren Sie sich sorgfältig, wie Sie am besten helfen können. Es gibt viele Tierschutzorganisationen, die vor Ort den Tieren helfen, sei es durch Vermittlung nach Deutschland oder Unterstützung der Tierheime mit Sach-und Geldspenden oder mit der Durchführung von Kastrationsaktionen vor Ort.
Wenn Sie sich dazu entschließen sollten, einen Hund aus dem Süden zu sich zu nehmen, informieren Sie sich sorgfältig. Fragen Sie genau nach, aus welcher Situation der betreffende Hund kommt. Nicht jeder Hund, der aus einer schlimmen Haltung kommt, ist glücklich über einen Platz in einem deutschen Wohnzimmer. Wenn dieser Hund über Jahre keine Bindung an Menschen und keinen Kontakt zu anderen Hunden hatte, dann ist die neue Situation für ihn und seine Menschen unter Umständen sehr schwierig.
Weitere Informationen zu diesem sensiblen Thema geben wir Ihnen
gerne in unserer Praxis
MDR 1-Defekt
Was ist der MDR1-Gendefekt?
Der Begriff "MDR1-Defekt" beschreibt einen Gendefekt, der verantwortlich ist für die extreme Überempfindlichkeit einiger Rassen und deren Mischlinge gegenüber verschiedenen Medikamenten.
Das MDR1-Protein ist ein wichtiges Transportprotein, das die Aufgabe hat, einen Organismus vor toxischen Fremdstoffen zu schützen. Es ist in der Lage, Arzneistoffe aus einer Zelle heraus zu transportieren und übt die Funktion einer Effluxpumpe aus. Es befindet sich u.a. in Zellmembranen von kleinsten Gehirnkapillaren (Blutgefäße) und hält giftige Substanzen zurück, indem es sie aktiv in die Blutbahn zurückpumpt. Dadurch wird ein Übertritt in das empfindliche Nervengewebe des Gehirns verhindert. Sobald ein Hund von dem Defekt des Gens betroffen ist, welches für die Herstellung dieses MDR1-Transportproteins verantwortlich ist, es also fehlerhaft herstellt, dürfen etliche Medikamente nur mit größter Vorsicht eingesetzt werden. Eine optimale tierärztliche Versorgung dieser Tiere ist daher nicht immer gewährleistet. Betroffene Hunde können nach Anwendung dieser Stoffe mit schwerwiegenden neurologischen Symptomen reagieren. Es ist oft keine Therapie möglich, sogar Todesfälle sind beschrieben.
Welche Rassen sind gefährdet?
Dieser Gendefekt ist bisher für folgende Hunderassen nachgewiesen: Australian Shepherd,Colliehunde (Langhaar, Kurzhaar) Border Collie, Bearded Collie, Bobtail, Deutscher Schäferhund, English Shepherd, Longhaired Whippet, Sheltie, Weisser Schäferhund, Silken Windhound, MacNab, Wäller und Mischlingen aus diesen Rassen.
Ist mein Hund gefährdet?
Ob ein Hund diesen Gendefekt trägt kann mit einer Blutprobe oder einem Backenabstrich mittels DNA-Test geklärt werden. Das Ergebnis gibt Auskunft darüber ob ein Hund Trägertier, frei von der Mutation oder betroffen ist.
Mein Hund ist von der Mutation betroffen, Was nun?
Betroffene Hunde haben keine Einschränkung Ihrer Lebensdauer oder Lebensqualität zu befürchten, denn der Gendefekt ist keine Krankheit. Allerdings dürfen manche Arzneistoffe bei diesen Hunden nicht eingesetzt werden, insbesondere einige Wurmmittel aber auch Antiepileptika, Antibiotika und Beruhigungsmittel. Für viele der Arzneistoffe gibt es zugelassene Ersatzpräparate, die eingesetzt werden können.
Vorsicht bei diesen Hunden, wenn sie sich häufig in Reitställen aufhalten! Es besteht durch Aufnahme der Pferdeäpfel von frisch entwurmten Pferden die Gefahr der Intoxikation!
Bei einem Hund der Träger der Mutation ist, sind bei Anwendung von problematischen Substanzen geringere bzw. keine Nebenwirkungen zu erwarten. Der Hund wird aber bei der Zucht einem Teil seiner Nachkommen die Anlage für diesen Defekt weitervererben. Bei einem Hund der frei von der Mutation ist, bestehen keine Therapieeinschränkungen für die entsprechenden Arzneimittel. Er kann den Defekt auch nicht vererben. Allerdings ist keine Sicherheit gegeben, daß der Hund jetzt alle Medikamente verträgt. Genau wie beim Menschen kann auch der MDR1-Defekt freie Hund mit unerwünschten Nebenwirkungen auf Arzneimittel reagieren. Lebensbedrohliche Komplikationen sind aber i.d.R. nicht zu erwarten.
Quelle: Breu D, Müller E. MDR1-Defekt - die 10 häufigsten Fragen
VeterinärSpiegel 2011;1:10-14
Tollwut - ein ständige Gefahr
Deutschland gilt seit April 2008 nach den Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) als tollwutfrei, d.h. frei von terrestrischer Tollwut, nicht aber nach den strengeren WHO-Kriterien frei von jeglichen Tollwutviren. Denn nach wie vor gibt es in Deutschland die Fledermaus-Tollwut, die für den Menschen ebenso gefährlich ist wie die klassische Tollwut. Die derzeit verfügbaren Impfstoffe schützen auch gegen diese Viren.
Zudem werden durch den regen Reiseverkehr auch ständig Tollwutviren bei Haustieren eingeschleppt. Am 29.Dez. 2008 wurde bei einem aus Kroatien importierten Hund im Landkreis Lörrach amtlich Tollwut festgestellt. Ein weiterer Fall bei einem Hund wurde im März 2010 in Neustadt a.d. Aisch amtlich festgestellt; das Tier war illegal aus Bosnien eingeführt worden.
Unser Bild zeigt das Warnschild aktuell aus Januar 2011.
Lassen Sie sich nicht durch die Aussage "Deutschland ist tollwutfrei" täuschen. Nur die Impfung mit regelmäßiger Auffrischung schützt unsere Hunde und Katzen nachwie vor vor der Gefahr - Tollwut!
Fit durch den Winter - wie können wir unsere Haustiere gesund durch die kalte Jahreszeit bringen?
Erkältung, gereizter Magen oder rissige Pfoten: auch unsere Hunde und Katzen sind im Winter nicht vor Krankheiten geschützt.
Daher fördern Sie ruhig auf dem täglichen Spaziergang den Spiel- und Lauftrieb Ihres Hundes. Bei viel Bewegung frieren auch kurzhaarige Rassen nicht. Bei wenig Bewegung allerdings können sie sich auch erkälten oder Blasenentzündungen bekommen. Daher sollten alte, kranke und geschwächte Tiere ruhig zusätzlich einen Mantel tragen.
Ein großes Problem für Hund und Katze sind bei Schnee scharfkantiger Split und hartes Eis das die empfindlichen Ballen verletzen kann. Dringt zusätzlich Streusalz in die Wunden ein, können sich diese entzünden. Daher sollten die Pfoten vor jedem Spaziergang im Schnee mit Pfotenbalsam oder einem Schutzspray behandelt werden. Kostengünstiger ist Melkfett oder Vaseline. Bei langhaarigen Tieren sollten die langen Haare zwischen den Zehen zusätzlich etwas gekürzt werden, da sich in den Haaren Eisklümpchen festsetzen, die dann beim Laufen schmerzen. Nach jedem Spaziergang sollten die Pfoten dann mit lauwarmen Wasser abgewaschen werden, v.a. um Salzreste zu entfernen.
Eine weitere Möglichkeit zum Schutz der Pfoten bilden die Hundeschuhe, die preiswert beim Tierarzt oder in Fachgeschäften erhältlich sind.
Magen-Darm- und Rachenentzündungen stellen im Winter ebenfalls ein großes gesundheitliches Problem dar.
Auf der Jagd nach Schneebällen oder einfach weil es Spass macht, fressen viele Hunde den Schnee (und damit evtl. auch Salzreste).
Eiskalter Schnee reizt sowohl den Rachen als auch den Magen. Die Schleimhaut entzündet sich, verliert damit ihre Abwehrkräfte und ist ein idealer Nährboden für Bakterien und Keime, die im Schnee enthalten sind. Bei gereiztem Magen hilft manchmal Kamillentee oder warme Brühe. Wenn der Hund würgt, erbricht und Durchfall bekommt, hilft allerdings nur der Gang zum Tierarzt.
Nager wie Kaninchen und Meerschweinchen reagieren empfindlich auf Zugluft und Nässe. Wenn sie im Freien gehalten werden, brauchen sie ein wetterfestes Gehege mit einem frostsicheren Unterschlupf, der sie vor Regen und Kälte schützt. Das Fell der Kaninchen bildet eine gute Isolation. Ein dickes Winterfell kann aber nur ausgebildet werden, wenn plötzliche Temperaturschwankungen z.B. durch wechselnde Freiland- oder Innenhaltung vermieden werden. Die Ernährung der Tiere ist im Winter besonders wichtig, da Kaninchen dann einen erhöhten Energiebedarf haben. Frischfutter kann nur in kleinen Portionen angeboten werden, da angefrorenes Futter zu schweren Magen-Darmerkrankungen führen kann.
Für weitere Fragen rund um das Thema Winter stehen wir gerne zur Verfügung und wünschen Ihnen und Ihren Vierbeinern eine schöne und vor allem gesunde Winterzeit.
Impfempfehlung für Kaninchen
Auch Kaninchen müssen durch eine regelmäßige Impfprophylaxe gegen gefährliche Krankheiten geschützt werden. Nach den Impfleitlinien der Ständigen Impfkommission Veterinär ist v.a. die Impfung gegen Myxomatose und die Rabbit Hemorrhagic Disease (RHD) empfehlenswert.
Die Impfung gegen den durch Bordetellen und Pasteurellen verursachten sog. Kaninchenschnupfen wird v.a. als Bestandsimpfung in Kaninchenzuchten empfohlen.
RHD-Impfschema
Da eine Behandlung der Erkrankung nicht möglich ist, kommt der Prophylaxe, also der Impfung eine entscheidende Bedeutung zu. Kaninchen sollten auch bei reiner Wohnungshaltung jährlich geimpft werden.
Eine Grundimmunisierung wie bei Hund und Katze ist auch bei den Kaninchen notwendig. D.h.:
1. Impfung im Alter von 6 Wochen
2. Impfung 4 Wochen später
Wiederholungsimpfung: 1 x jährlich
Myxomatose-Impfung
Die Impfung gegen Myxomatose ist weniger zuverlässig als gegen die RHD. Daher sind kürzere Impfintervalle nötig.
Grundimmunisierung:
1. Impfung im Alter von 4 Wochen
2. Impfung 4 Wochen später
3. Impfung 5 - 6 Mon. n. Erstimpfung
Wiederholungsimpfung halbjährlich
Da die Myxomatose von den Wildkaninchen durch Fliegen übertragen werden kann, ist es ratsam, die Erstimpfung im Frühjahr vor Beginn des Fliegenflugs durchzuführen.
Tipps für den Kleintiertransport
Wie kommen Hamster, Wellensittiche, Katze, Hund und Co. am sichersten zum Tierarzt oder in die Pension während des Urlaubs?
Hier ein paar Tipps zum sicheren Transport der kleinen Patienten.
Zunächst sollte geklärt werden, ob der geplante Weg für das Tier zumutbar ist. Denn für kein Tier ist ein Transport etwas Angenehmes. Darum gilt: Tierhalter sollten unnötigen Stress oder lange Wege vermeiden. Der Transport sollte so schonend und zügig wie möglich durchgeführt werden.
Das richtige Behältnis ist wichtig: Für kleine Hunde, Katzen und Heimtiere bieten sich entsprechende Kunststoffboxen an. Sie sollten stabil, fest verschließbar und gut belüftet sein. Für Katzen und Kaninchen sind saugfähige Unterlagen aus Küchenkrepp sinnvoll, damit die Tiere nicht in ihren eigenen Ausscheidungen sitzen. Für Hamster und Meerschweinchen sollte etwas Heu und Einstreu in die Box gegeben werden.
Katzen lassen sich leichter in eine Box setzen, die von oben geöffnet werden kann; auch beim Tierarzt kann man sie leichter aus dem Behältnis herausnehmen, wenn der Deckel aufgeklappt werden kann. Weidenkörbe sind gänzlich ungeeignet.
Vögel sollten am besten in einem kleinen Käfig (ohne Wasser, das läuft unterwegs nur aus) transportiert werden. Für den Tierarztbesuch ist es wichtig, dass der Vogel zunächst im Käfig sitzend vom Tierarzt angesehen werden kann. Wenn der Vogel in einer Pappschachtel zum Tierarzt kommt, muss er für die erste Untersuchung sofort in die Hand genommen werden. Das bedeutet unnötigen Streß für das Tier und wichtige Parameter wie Verhalten, Haltung und Atmung können vom Tierarzt nicht beurteilt werden. Während des Transports sollte der Käfig mit einer Deckke zugehängt werden.
Große Hunde dürfen auch ohne Transportbox im Auto reisen. Sicherheitsgurte für Hunde gibt es in Fachgeschäften und bei Versandfirmen. Außerdem schützen Netze oder Gitter, die im Innenraum installiert werden können sowohl Tier als auch Mitfahrer vor Verletzungen bei möglichen Unfällen.
Wir wünschen eine Gute Fahrt.